Eine Flatrate ist eine Flatrate ist eine Flatrate – LG Köln untersagt die Tempobremse

Wie soeben von Jörg Schieb ( schieb.de)  vermeldet wurde, hat die Telekom den Rechtsstreit gegen die Verbraucherzentrale NRW beim Flatratestreit verloren. Eine Flatrate bleibt eine Flatrate und darf nicht durch Zusatzklauseln gedrosselt werden.

Das ist in meinen Augen eine gute Entscheidung, auch wenn sie noch nicht rechtskräftig ist und die Telekom mit aller Wahrscheinlichkeit noch Einspruch erheben wird. Aber es geht mir nicht nur in erster Linie darum, dass die Leitung nicht gedrosselt wird, sondern auch darum, dass Dienstanbieter, die mit der Telekom kooperieren (z.B. Evernote), ihren Traffic durchschleusen können, ohne dass dieser auf die Gesamtsumme des Datenvolumens angerechnet würde. Damit hätten wir eine Zweiklassengesellschaft im Internet erhalten.

Daher ist das Urteil weitreichend und trägt zur Demokratisierung des Netzes und der Freiheit der Bürger bei.

 

… und immer wieder gerne genommen – funktional kaputt – von mobile macs

Partner von Snowdens Vertrautem 9 Stunden auf Heathrow festgehalten

Glenn Greenwald Lebenspartner David Miranda wurde, so berichten unterschiedliche Zeitungen aktuell, 9 Stunden am Flughafen in Heathrow festgehalten, verhört und durchsucht. Was war der Anlass? Glenn Greenwald wurde durch Edward Snowden bekannt, weil dieser ihm die streng geheimen NSA Überwachungsdokumente zu PRISM zuspielte. Greenwald bereitete sie auf und veröffentlichte sie 2013 im Guardian (laut Wikipedia).

Der Vorwurf, den man an Gruenwalds Lebenspartner nun richtete war der des Terrorverdachts. Nach 9 Stunden wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt. Zuvor hatte man ihm, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, Laptop, Kamera, Handy und Speicherchips abgenommen. Einen Anwalt oder die Botschaft durfte Miranda während des Verhörs nicht kontaktieren.

Laut Greenwald hätten die Behörden seinen Freund nicht verdächtigt etwas mit einer terroristischen Organisation zu tun zu haben. Er soll ausschließlich zu NSA Enthüllungen befragt worden sein.

Greenwald sieht diesen Vorfall als „…profound attack on press freedoms and the news gathering process,“ -einen Einschüchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit.

Weiter führt er aus: „To detain my partner for a full nine hours while denying him a lawyer, and then seize large amounts of his possessions, is clearly intended to send a message of intimidation to those of us who have been reporting on the NSA and GCHQ. The actions of the UK pose a serious threat to journalists everywhere.“

Greenwald gibt sich kämpferisch und nicht eingeschüchtert.

„But the last thing it will do is intimidate or deter us in any way from doing our job as journalists. Quite the contrary: it will only embolden us more to continue to report aggressively.“ (entnommen: the guardian)

weitere Quellen:

netzpolitik.org

süddeutsche zeitung

Londons Mülleimer dürfen keine Datensammlung mehr vornehmen

Das ist ja wohl eine ganz neue Art des Recyclings. Aber zum Glück auch schon wieder passé, wenn man den Londoner Behörden Glauben schenken darf.

Laut der Süddeutschen Zeitung existieren in London Mülleimer (wurden zu den Olympischen Spielen 2012 aufgestellt) mit Werbedisplays bzw.  sie zeigen die Uhrzeit, Wetterinfos oder Börsendaten an.

Eine findige Werbefirma hatte diese Elektronik jetzt verfeinert. Die Mülleimer lasen  nun die jeweilige Macadresse des  Handys aus, welches sich dem Mülleimer näherte und konnte hieraus ein Bewegungsprofil des entsprechenden Handybenutzers erstellen, da sich die Mülleimer über das ganze Stadtgebiet erstreckten.

Gleichzeitig meldete das Computermagazin B5 aktuell, dass in den USA sich ein System durchsetzt, das es ermöglicht, eine Gesichtserkennung beim Betreten eines Geschäftes vorzunehmen und per Wärmebildkamera den Erregungszustand des Käufers  zu ermitteln. Natürlich wird der entsprechende Kunde während des gesamten Einkaufs begleitet.

Führt man diese Erkenntnisse, der unbeschränkten Möglichkeiten nun nur aus diesen beiden Meldungen zusammen, so heißt das… (eingedenk, dass London die höchste Dichte an Überwachungskameras hat):

  • über meine Kreditkarte ist es möglich meine Identität zu erfassen,
  • über die Kameras  werden meine Einkaufsgewohnheiten erfasst und ob ich nach dem Shopping vielleicht noch einen Kaffee trinke (denn auch Cafés nutzen die Technik…)
  • ist  ein Artikel von mir besonders favorisiert – kaufe ihn aber  nicht – z. B. weil ich ihn mir in dem Monat nicht leisten kann, so…
  • wird er mir eventuell auf jedem Mülleimer angezeigt, weil dieser mich ja identifiziert… oder aber mein Lieblingskaffee wird mir feilgeboten

und ganz ehrlich… das wäre ja noch die harmlose Variante – denn alle Informationen könnten ja auch direkt an Prism oder die NSA weitergeleitet werden.

Wir brauchen keine Utopien mehr, es sind genug Dystupien vorhanden, denen wir entgegenwirken sollten, wenn sie uns in der Realität nicht schon längst eingeholt haben.

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