Futurium Berlin

Bildnachweis: https://futurium.de/de/pressemappen/pressebilder – David von Becker

Die Straßen rund um das Regierungsviertel sind abgesperrt. Polizistinnen und Polizisten, Feldjäger und viele Beamte in Zivil sichern die Zufahrtsstraßen. Aber dies ist nicht der Grund dafür, dass es kaum ein Durchkommen als Fußgänger oder Fahrradfahrer gibt. Es sind die vielen Autos, die alle gleichzeitig zur Rushhour in die schon überfüllten Kreuzungen einfahren, sich gegenseitig die Vorfahrt nehmen und sich auch nicht entblöden, die Radfahrwege und Bürgersteige zu blockieren, um schneller voranzukommen. Dennoch gelange ich voller Vorfreude und großer Erwartungen zum Futurium in Berlin.

Bildnachweis: https://futurium.de/de/pressemappen/pressebilder – von David von Becker

Was ist das Futurium? Kurz und knapp. Das Futurium beschäftigt sich mit der Frage: Wie möchten wir zukünftig zusammenleben, arbeiten und wohnen?

Dabei wird das Hauptaugenmerk auf das Zusammenspiel von Natur, Mensch und Technik gelegt und intensiv beleuchtet. Hierzu gibt es jeweils eine Abteilung. Besonders interessiert hat mich… Aber dazu später. Denn das, was einen besonders interessiert, kann man in der Ausstellung mittels eines Chips an einem Armband an den verschiedenen Stationen sammeln.

Doch was hat mich besonders interessiert? Es waren die Themenfelder der nachhaltigen CO2 armen Energiegewinnung und die dafür nötigen Speichermöglichkeiten. Aber auch, wie kann industriell nachhaltig, ökologisch produziert und gebaut werden? Wie kann die Bionik, die sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik beschäftigt, dabei unterstützen und hilfreich sein.  

Bildnachweis: Jakob Pollen – Modell eines Kugelspeichers

An vielen Beispielen wurde in der Ausstellung aufgezeigt, ohne der Besucherin oder dem Besucher dabei den erhobenen Zeigefinger entgegenzustrecken, welche Probleme die Klimaerwärmung mit sich bringt, wie ungerecht Herstellungsprozesse z. B. in der Kleidungsproduktion sind u. v. m.

Dabei wurden aber auch konkrete Lösungsansätze, Ideen, an denen bereits geforscht wird und Utopien aufgezeigt.

Als PC-Enthusiast fand ich besonders gelungen, dass man gegen einen Roboterarm das Käsekästchenspiel spielen konnte.

Bildnachweis: https://futurium.de/de/pressemappen/pressebilder – Ali Gandtschi

Aber auch verschiedene Szenerien und Städte waren aufgebaut, die anmuteten, als wären sie die Modelle eines Architekten oder Städteplaners. Zu diesen Szenarien gehörten beispielsweise Slums, Großstädte und das Phänomen des Homeschoolings. Hier konnte man sich ein Tablet ausleihen und mittels AR, also augmented reality, mit Hilfe der Kamera die verschiedenen Modelle erkunden.

Dabei stieß man unweigerlich auf Menschen, dargestellt als Avatare, klickte man auf sie, erzählten sie von sich. Diese Textadventures vermittelten schnell ein Problembewusstsein, zeigten auf was schon erreicht wurde und wo die Probleme im Detail stecken. Teils in spielerischen Szenen konnte man selber zu Problemlösungen beitragen und sich so ein umfassendes Bild von einer nötigen Verkehrswende oder der Armutsbekämpfung machen.

Doch eine Frage spukte die ganze Zeit in meinem Kopf. Wie ehrlich ist diese Ausstellung mit sich selber? All´diese Lichtinstallationen, Monitore und Roboterarme benötigen doch immens viel Energie. Woher kommt diese?

Auch hier konnte ich wiederum viel understatement entdecken. Ein Treppenaufgang war mit dem Hinweis skywalk versehen. Dies ließ ich mit natürlich nicht nehmen und wurde geradewegs auf´s Dach geführt. Hier angekommen, war ich von der schier grenzenlosen Anzahl von Solarpanelen und Warmwasseraufbereiter angetan.

Fazit: Wenn ich in die nahe Zukunft schaue und mir die aktuellen Prognosen der UNO zum Weltklima anschaue, dann erscheinen am Horizont Dystopien. Wo soll man anfangen, was bedeutet mein Beitrag schon? Welche Bedeutung kann mein kleiner ökologischer Fußabdruck haben?

Antworten findet man in der Ausstellung. Sie lädt nicht zum kollektiven Resignieren ein, sondern vermittelt einen ernsten Blick in die Zukunft und zeigt konkrete und viele kleinschrittige Wege auf, die in der Gesamtheit GROSSES bewirken können.

Noch eine letzte Anmerkung. Wenn man das Band mit dem Chip abgibt, so bekommt man eine Karte mit einem Code ausgedruckt. Diesen kann man dann auf der Homepage des Futuriums eintragen und bekommt weitergehende Informationen.

2 Kommentare zu „Futurium Berlin

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