Freundschaft entwickelt sich langsam – ein gesellschaftliches Projekt.

Nun stand ich mit dem Hund vor der Türe meiner Lebensgefährtin. Der erste Besuch mit Hund. Viele Dinge hatten wir im Vorfeld überlegt und geregelt. Doch das Spannendste sollte erst noch kommen.

Wie bringt man einen Kater mit Gewohnheitsrechten und eine ältere Hundedame zusammen?

Ich hatte viele Bücher gelesen, meine alten Hundeausbilderinnen angerufen bzw. persönlich aufgesucht und youtube Videos bis zum Abwinken geschaut.

Und nun war es so weit. Die Tiere ließen wir sich in unterschiedlichen Räumen akklimatisieren und den Duft des anderen aufnehmen.

Der liebe Kater mag keine Hunde leiden und meine Hundedame wird neugierig beim Spaziergang aus ihrem „Zeitungslesen“, also dem Schnuppern gerissen, wenn sich eine Katze zu erkennen gibt. Aber zu unserer großen Überraschung ignorierten sich beide völlig. Erst mit der Zeit wuchs eine kleine Neugierde aneinander und erste Versuche des Kuschelns miteinander wurden gestartet.

Auch wenn sie sich im Garten begegnen, gehen sie ohne Vorbehalte aneinander vorbei.

Damit ist aber nicht gesagt, dass die Scheu des Katers bei anderen Hunden aufgehoben sei. Hier zeigte und zeigt er weiterhin Drohgebärden und Abwehrverhalten. Meine Hundedame ist weiterhin an Katzen allgemein interessiert.

Doch beide haben es irgendwie verstanden, dass sie nun eine Patchworkfamilie der besonderen Art bilden. Respektvoll respektieren sie nun die Grenzen des anderen Familienmitgliedes.

Nur muss mein Hund es noch lernen, oder ich besser aufpassen, dass er nicht immer in einem unbeobachteten Augenblick das Katzennassfutter auffrisst.

Das könnte zu Verstimmungen im Verhältnis der beiden Hausgenossen führen.

Und was hat das mit einem gesellschaftlichen Projekt zu tun? Wir sollten unsere Andersartigkeiten wahrnehmen und respektieren. Weder grenzlosen Hass und Gewalt schüren noch sich anbiedernd direkt um den Hals fallen. Respektvoll miteinander umgehen, sich kennenlernen und dann schauen, ob man sich auch freundschaftlich annähert. Und außerdem ist für alle, wenn man im obigen Beispiel bleibt, genug Katzenfutter da. Es wird sogar nachgefüllt.

Freundschaft entwickelt sich langsam

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